Montag, 30. Juli 2012

Der "Esst Teetische!"-Imperativ: Elefantiger Unsinn zwischen The-äs-tik und "ti esti"

[..und Eistee]

("Die Spannung halten bis die Quatsch-Bombe platzt")
Quatsch, einige Postulate:
I. Es gibt leider viel zu wenig fröhlichen Quatsch.

II. Leider gibt es zudem mehr faden als fröhlichen Quatsch.

III. Fader Quatsch wird fröhlicher, wenn man unterstellen kann, dass er als fader Quatsch ausgestellt werden sollte.

IV. Als fader Quatsch ausgestellter Quatsch ist um so fröhlicher, je fader und absurder trivial er als fader Quatsch ausgestellt und aufgefasst wird.

V. Jeder fade Quatsch, der als fader Quatsch ausgestellt aufgefasst wird, erzeugt eine Quatsch/Ernst-Spannung zwischen unterstellter Hintergrund-Quatsch-Intention und ausgestellter Quatsch-Oberfläche.

VI. Je fröhlicher der Quatsch als ausgestellter fader Quatsch funktioniert, desto höher wird die Quatsch/Ernst-Spannung, sodass im Idelfall der Quatsch-Beobachter ob des Nicht-Zündens der Quatsch-Wirkung sich selbst Quatsch-Unverständnis zuzurechnen beginnt.

VII. Die Quatsch/Ernst-Spannung steigt, der Quatsch-Beobachter muss nun eine Entscheidung treffen: 1. Lässt er den Quatsch kollabieren, zieht der sich wie eine Schnecke oder eine Strudel kreisend in sich zurück. Der Quatsch-Aussteller steht mit offenem Mund erschrocken da, sieht dem Abfließen der Quatsch-Atmosphäre traurig hinterher. Es bleibt das unangenehme Gefühl, dass beide jetzt betrogen sind. 2. Dem Quatsch-Beobachter gelingt der Sprung ins befreite Quatsch-Gelächter. Der Quatsch platzt wie eine Quatsch-Bombe. Der Quatsch-Beobachter kann sich jetzt sogar für das Gefühl entscheiden, darüber zu lachen, dass der Quatsch-Aussteller denkt, er lache tatsächlich über den als ausgestellt aufgefassten als Quatsch ausgestellten Quatsch.

VIII. Irgendwann hört so oder so der Quatsch auf.

Kommentare:

  1. "Keine Angst! Meine Witze sind überhaupt nicht ernst gemeint; in Wahrheit bin ich gar nicht lustig."

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  2. Quatsch, einige Beobachtungen:


    I. Es gibt viel fröhlichen Quatsch. Leider sind wir dann oft gerade nicht da. Ergo: Quatsch muss man oft - stellvertretend - selber machen, regelrecht einladen, vom Bahnhof (?) abholen, oder sonstwie nachholen, bevorraten, manchmal sogar janz für sich alleene. Es ist ein Elend ...

    II. Leider gibt es zudem faden Quatsch. Daher: Wo immer sich ein Faden zeigt: Weg damit, die Folgen frei flatternder Fäden sind durch keine private Versicherung oder gar öffentliche Solidarität auch nur halbwegs adäquat kompensierbar.

    III. Fader Quatsch wird (von der Erlebnisqualität her) nicht fröhlicher, wenn man unterstellen kann, dass er ..--.-..--.-.--.-..-.---.-.--....--.-...-.-. (unser einziger Morse-Alphabet-Übersetzer hat gerade wegen eines Elternabends abrupt nach Hause sprinten müssen. Wir haben seine Handy-Nummer nicht, sorry.).

    IV. Als fader Quatsch ausgestellter Quatsch fällt im Schaufenster um, besonders oft bei Erdbeben, und häufiger noch dann, wenn er (wie fast immer der Fall) schief auf- oder abgestellt wird. Das ist aber nicht trivial (vgl. den Art. "Trivium" im Historischen Wörterbuch der Philosophie), sondern schlicht konsequent.

    V. Jeder fade Quatsch, der als fader Quatsch ausgestellt oder aufgefasst wird, bleibt schlicht fader Quatsch; da hilft alles nichts. Eine Quatsch/Ernst-Spannung, etwa durch das forcierte Nebeneinander einer unterstellten Hintergrund-Quatsch-Intention einerseits und einer ausgestellten Quatsch-Oberfläche andererseits, erzeugt er nicht. Quatsch, der echte, ist l'art pour l'art. Wer etwas anderes behauptet, braucht dringend Urlaub.

    VI. Wirkung und Quatsch-Unverständnis sind Risiken und Nebenwirkungen von Geist und Ungeist, über die Sie Ihr Arzt und Apotheker gerne näher informieren würden, sofern die keinen Quatsch machen. Sie können aber auch einfach viel schlafen. Danach sieht man die Welt mit anderen Augen an. Nota bene: Nicht die Welt, sondern nur der Blick auf sie hat sich dann geändert. Oft reicht das.

    VII. "Quatschen" ist nicht die Verbalform von "Quatsch" (Interesting topic! Call for papers!!!).

    VIII. Irgendwann hört so oder so der Quatsch auf.

    XI. Irgendwann, so oder so, geht der Quatsch weiter.

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  3. Ich glaub, mit "Quatsch" ist eigentlich "Ernst" gemeint.

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    1. Merkurios_Klotz31. Juli 2012 um 09:43

      Ja, so macht das genau Sinn! Das bedeutet dann: der Ernst ist der alte Quatsch in athens Schläuchen! ROFL

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    2. Ja. Aber das muss man nicht so deutlich sagen.

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  4. Die Blase des Ernsts ist geplatzt.

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  5. Nein, sie ist bloß platziert.

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  6. Ernst Blase ist hier Platzhiersch. Verteidige sein Revier!

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  7. Es gibt kein "Revier" für Hirsche; kaum auch für andere frei lebende, wilde Tiere. Nirgends, in keinem Wald. Das gilt wohl auch für Elche, Rentiere und Gnus! Reviere gibt es nur für Förster und Jäger, die einerseits hegen (mit Zäunen), andererseits schießen (mit Gewehren). Der Duden sagt das auch. Jäger schießen übrigens regelmäßig Tiere tot. Tieren ist das häufig unplausibel.
    Daher dürften Hirsche, die, wie man selbst erahnen dürfte, keine allzu häufigen direkten Gesprächspartner für Jäger, überhaupt für Menschen, sind und vor allem nicht ohne weiteres "platzen" können ("Platzhirsche" gibt es zoologisch bislang nicht), den Begriff "Revier" selbst unter größten Mühen kaum präzis als etwas ihnen Wichtiges einordnen.
    Die meisten Hirsche können auch, scheint es, nur unvollkommen Deutsch. Auch Englisch- und Französisch-Kenntnisse sind (wenn man den Statistiken glaubt) bestenfalls rudimentär antreffbar. Die Bildung von Hirschen liegt offenbar prinzipiell im Argen. Woran das liegt, ist strittig. Vorab scheint man festhalten zu können: Die Gesamtsituation ist ethisch kaum in Ordnung und daher grundsätzlich schade.
    Aber gerade Hirsche können ihre Lage - wenigstens hier, auf deutschem Staatsgebiet; schon in Holland ist das anders! - selbsttätig durch Hirsch-Initivativen politisch ansprechen, weil sie selbst ohne Personalausweis, sogar ohne Reisepass und Sprachprüfung in ihren authentischen Grundvollzügen und -interessen nachhaltig unter bundesgesetzlichen Schutz gestellt sind. Hirsche, auch sie (!), sind hier schlicht als sie selbst, und d.h.: ohne weiteres, Rechtsträger!
    Und doch: Die Integration von Hirschen in die deutsche Kerngesellschaft wirkt irgendwie unvollkommen. Sie haben, wie die Erfahrung zeigt, typischer Weise keine öffentliche deutsche Grundschule besucht, wenig deutsche Literatur gelesen, die Goethe- und Schiller-Kenntnis ist massiv unterentwickelt, selbst Thomas Bernhard oder Karl May sind unter Hirschen offenbar kaum bekannt, Engagements in Parteien oder anderen öffentlichen Vereinigungen sind die Ausnahme.
    Auch in den mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern sind Hirsche nicht führend. Wie eine Studie zeigt, kennen und rezipieren sie meist bloß im Vorübergehen Comics, die die von ihren Eltern genervten Kinder im Wald bei verzwungenen Sonntagsspaziergängen, oft unter Einwirkung von Großeltern oder Paten-Tanten, gedankenlos weggeschmissen haben, ohne sich der möglichen Folgen für das literaturinteressierte Damwild bewusst zu sein. Kinder sind häufig naiv, dürfen es auch sein: Bis sie an die Uni gehen. Dann ist hoffentlich vieles anders - oder es könnte zumindest so sein.
    Jedoch sind sie (die Hirsche) im Regelfall körperlich und mental recht fit, röcheln oder röhren zudem standardgemäß, haben ein glänzendes, gepflegtes Fell, und sehen jeden anderen Typen bei zufälligen Begegnungen auffallend häufig mit einem freundlichen Interesse an, wenn ihnen gerade nichts anderes wichtiger ist (wir wissen von Entscheidungsabläufen bei Tieren immer noch viel zu wenig).
    Vermutlich verstehen Hirsche instinktiv viel von Rehen, schnuppernd, auch mit wägendem Geweih. Alles andere ist bislang unklar, jedenfalls nicht wissenschaftlichhinreichend erforscht.

    Kurzum: Es gibt, wenn man früh und lange genug wach ist, in Blogs und im Tierreich, auch in der sonstigen Welt, viel Interessantes mitzukriegen - und insoweite potentiell viel zu bereden! Wenn es dabei mitunter verschiedene Töne, Anklänge und Tonarten gibt, macht man entweder bestmöglich ein neues Konzert daraus. Oder man zürnt, wenn man selbst auch dafür noch Zeit hat, ob der allfälligen Dissonanzen milde.
    Am besten fährt man, spätestens bald, ans Meer.

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