Dienstag, 17. Juli 2012

Olle Artisten-Kamellen: Die nächste Ewigkeit durch schlechte Witze unterhalten


(V.E.)
An Jacob Burckhardt, 6. Januar 1889
Lieber Herr Professor, zuletzt wäre ich sehr viel lieber Basler Professor als Gott; aber ich habe es nicht gewagt, meinen Privat-Egoismus so weit zu treiben, um seinetwegen die Schaffung der Welt zu unterlassen. Sie sehen, man muß Opfer bringen, wie und wo man lebt. – Doch habe ich mir ein kleines Studenten-Zimmer reserviert, das dem Palazzo Carignano (– in dem ich als Vitorio Emanuele geboren bin) gegenüberliegt und außerdem erlaubt, die prachtvolle Musik unter mir, in der Galleria Subalpina, von seinem Arbeitstisch aus zu hören. Ich zahle 25 frs. mit Bedienung, besorge mir meinen Tee und alle Einkäufe selbst, leide an zerrissenen Stiefeln und danke dem Himmel jeden Augenblick für die alte Welt, für die die Menschen nicht einfach und still genug gewesen sind. – Da ich verurteilt bin, die nächste Ewigkeit durch schlechte Witze zu unterhalten, so habe ich hier eine Schreiberei, die eigentlich nichts zu wünschen übrig läßt, sehr hübsch und ganz und gar nicht anstrengend. Die Post ist fünf Schritt weit, da stecke ich selber die Briefe hinein, um den großen Feuilletonisten der grande monde abzugeben. Ich stehe natürlich mit dem Figaro in näheren Beziehungen, und damit Sie einen Begriff bekommen, wie harmlos ich sein kann, so hören Sie meine ersten zwei schlechten Witze: [... [unzumutbar] ...] Wir Artisten sind unbelehrbar.
[Re-Entry 2.06.11]

Kommentare:

  1. (und der punkt auch nur, weil die kommentare nicht leer sein dürfen)

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    1. Wenn man etwas nicht sofort versteht, hilft es oft (klassischer Weise), Jazz zu hören. Wenn man sehen und hören kann, wie Menschen umfassend musikalisch sind, braucht man weitere Punkte erkenntnisfördernd nur bedingt.

      Vorschlag:

      http://www.youtube.com/watch?v=0cxoNsRnlaA&feature=related

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  2. Die Bibel muss umgeschrieben werden! Der Name Gott war schon immer falsch, die restlichen Eigenschaften bestehen.

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  3. "Und Nietzsche sprach: Es werde eine Feste zwischen den Wassern, die da scheide zwischen den Wassern."

    Ja was nun - mensch Gott entscheide dich - flüssig oder fest, jenes Wasser oder das davon geschiedene?

    Philosophie: Wie bin ich?

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  4. Du bist nicht gut genug.

    Denn Festes und Flüssiges gehen Hand in Hand. Man muss sich nicht entscheiden. Entscheiden muss immer nur der andere, Verspätete, Betroffene.

    Es gehört sicher auch zum "längsten Irrtum" dazu, geglaubt zu haben, Entscheidungen stünden am Anfang.

    Wer Ernst macht mit der eigenen Unentschlossenheit, Unentschiedenheit, Unentscheidbarkeit, hat immer schon gewonnen - und behält vor allem seinen Humor, der ja bekanntlich auch Flüssiges ist.

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    1. Verwirrtes Zeug. Das glaubt doch keiner ernsthaft, also mach´ dich mal nicht lächerlich, Lady.

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    2. "Untergrundrap - das ist meine Überzeugung. Dein Rap ist Geheimsprache - "wack" ist die Bedeutung."

      (Der Beat ist mein Freund)

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  5. und da menschelt es mal wieder...

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