[Re-Enrty vom 22.06.11]
Kunst und Theorie nach der Abklärung I ![]() |
| (Quelle: Flickr - Dominic´s Pics, CC BY 2.0) |
Das Licht der Aufklärung war immer schon ein Licht von verhältnismäßig niedriger Temperatur. Ihr Versprechen war nie das einer klimatischen Restauration der Welt, ihr Genuss und Eifer nie mehr als die Begleiterinnen des guten Gewissens, die falschen fremderzeugten Schattenbilder durch potentere Selbst-Innenbeleuchtung zu vertreiben. Aber die hellste Beleuchtung ist - wie man weiß - nicht immer auch die angenehmste. Und so sind bei näherer Betrachtung Aufklärung und Ernüchterung, Auf- und Abklärung zwei Seiten derselben, eifrig ent-eifernden Bewegung, die gleichermaßen Mut zur Kälte und Mut zur Selbstüberschätzung von ihren Adepten einforderte.
Das Licht der Aufklärung - das in Dunkelheiten nur zu orientieren vermag, sofern die Welträume, die es ausleuchtet, überhaupt ausreichend widerständige Strukturen bereitstellen, um noch von "Orientierung" im positiven Sinn zu sprechen - ist ein nüchternes Licht, Neonlicht. Und wenn es überhaupt ein Licht für Menschenhände und Menschenaugen ist, bleibt ihm doch die Motivation für konkrete Ziele und Richtungen gänzlich fremd: Der Eifer der Aufklärung und ihrer Aufklärer kennt sich zwar selbst als engagierendes Ziel, aber was "nach" der Aufklärung kommen soll, lässt sich aus diesem Eifer nicht noch einmal eigens motivieren...



