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Sonntag, 12. August 2012

Der Sinn für interessantere Alternativen - Eine Einführung in die Kunst der Immersion


(Wirklichkeit und Möglichkeit nach Bilz im Bild)
Eine zu langweilige und wenig spektakuläre Gegenwart (und wer kennt so eine nicht?) ist ein Problem und häufig ein hinreichender Grund, sich mit dem zu beschäftigen, was so eigentlich überhaupt nicht da ist. Glücklicherweise sind Menschen wenig genug in ihre Gegenwarten verstrickt, um nebenher auch noch anderswo zu sein: in "längeren Gedankenspielen" (Schmidt), bei einer kleinen Kritzelei ins Schulheft, dem letzten inspirierten Gespräch in der Küche, undsoweiter. Bei Kant (und auch anderswo) heißt diese Fähigkeit "Einbildungskraft":
Die Einbildungskraft (als produktives Erkenntnisvermögen) ist nämlich sehr mächtig in Schaffung gleichsam einer andern Natur aus dem Stoffe, den ihr die wirkliche gibt. Wir unterhalten uns mit ihr, wo uns die Erfahrung zu alltäglich vorkommt; bilden diese auch wohl um: [...] wobei wir unsere Freiheit vom Gesetze der Assoziation [...] fühlen, nach welchem uns von der Natur zwar Stoff geliehen, dieser aber von uns zu etwas ganz anderem, nämlich dem, was die Natur übertrifft, verarbeitet werden kann.
(Kant, Kritik der Urteilskraft)
Auf der Suche nach der besseren Unterhaltung stehen uns also neben der "Wirklichkeit" und neben den vielen suggestiven Medien-Kanälen noch die selbstgetragenen (aber ja doch nicht schlichtweg "selbstgelenkten") Ablenkungen (besser: Einlassungen) zur Verfügung.

Die grundmenschliche Kompetenz zur Flucht aus einer unterfordernden Gegenwart in einen alternativen Erlebensraum brachte

Sonntag, 29. April 2012

Publikum und Publikation: Gelehrtenpublik


"Ein Pirat avant la fenêtre"
Publizieren heißt: Etwas in die Öffentlichkeit bringen. Aber wie offen muss so eine Öffentlichkeit sein, um ihren Namen auch verdientermaßen zu tragen? Kommt es darauf an, für wen man schreibt? Kommt es darauf an, wer hört? Hat jemand gesagt, kommt es darauf an, wer hört? Kant (der hier schon einmal für eine angemessene Popularisierung der Philosophie eingetreten war) und Hamann etwa stritten darüber, ob und wie sich eine Physik für Kinder ("Kinderphysik") verfassen ließe -- zustande kam sie jedenfalls nie. Aber Hamann merkte kritisch an, dass Gelehrte allein als Publikum anzusprechen möglicherweise auch noch zu einfach ist:
Gelehrten zu predigen, ist ebenso leicht, als ehrliche Leute zu betrügen: auch weder Gefahr noch Verantwortung dabei, für Gelehrte zu schreiben; weil die meisten schon so verkehrt sind, dass der abenteuerlichste Autor ihre Denkungsart nicht mehr verwirren kann.
(Hamann an Kant)

Donnerstag, 3. November 2011

Ammo Schmidt - DENI`Z TRAUM [28=01=11]


Erstes Kapitel - : 

von den girlz und junks wie uns und dem wegen Mathe und faxn

(Verz=raum, Quelle: Jean Stubenzweig, CC BY-NC-ND 2.0)
neulich brötchenkaufen ([morgens alles noch bissle bedröppelt so] - szene). in´nen ganzen tangenten gehtitt lichtz aus. momeeentzmaa! wass´ndalos? alle skandalnudel schaun voll komisch, stehn vorn becker und machn so schön kreis um den. so wie: step ma in unsre saipha, batti-boy!
schnell da wek, die ham doch alle´knall, die knallgänse [hähä], und so früh auch noch, nee. zigarettenpapierchen gepackt und mit feinschliff eine gedreht wieder, erstma. ers-ma.. iss ja doch früh noch, dreht sich alles wie kettkarrussel noch von den zeug gestern abend - under typ meinte noch so: pass ma auf besser, jetzt nich so gierich! ich einfach so: tüte auf und alles schön rein damit. so: "kannich einatmen". nee, zweistundn und ich kopf wie´n elefenatenmutter. krass echt. 
ersma aber kaffee jetzt - -. - frrrbb.

huu: langsam wieder besser. lass die schnäpfen da hin´n einfach quatschn ma. die checkn ja eh nie was bei so kerls wie uns eigentlich abgehtz was wir ei´ch für so leben ham. für uns bedeutet diss allis noch was, verstehstö!? hier straße perspektive unnso. aber die mädchen mit balerinas und faxn da imma bei ih´n kaufland fängt die welt an und dann bis feinkost daniel und ah´ms am sofa und schön weinchen so und die dicke mammi wieder eingeratzt. so isdiss. ja! angi! brauchst gar nich so blöd glotzn da hinten aus deim plastikgesicht. die peilt ja eh, dass ihr "süßer stev-ou" voll verlierer iss. die kleine strebermaus. und wenns´ dann wieder bei Mathe nicht weiterkommt kommt see wieder so zu mir angemauzt, so: duuhuuu? [ich bin der pascha man, stev-ou!], vergiss die, die hat doch nur angst vor dein rektor-pappi. und dann kommtse wieder so bei mir an: hast du aufgabe fümf? kanns dir nächstes mal echt voll sparn, weißt? ja, kicher doch mit dein weibern! weißt, irgendwann merkst einfach so: häää?, da iss irgendwie was voll nich korrekt an der Situation. weißt?
hab ich einfach kein bock drauf. soll die doch zum marco gehn näx´maa. 

aber egal jetz, vielleicht gleich noch mit serkan und manu elfklässler jagen, wie gestern so voll die üble brillenschlange. hat echt geflennt der typ. "üüü, bitte lasst mich doch jetzt einfach." voll der schwächling, echt, voll geflennt. oder wir gehn halt zu dani zocken. egal, alles jackpot heute, voll der tag jetzt. 

Mittwoch, 2. November 2011

Das steiner=ne Herz: Die kühlen Beuys des beginnenden vergangenen Jahrhunderts


Schnell eine Geschichte der Coolness im 20. Jahrhundert schreiben, bevor alle anderen uns schon zuvorgekommen sind.

["Das war jetzt gar nicht lustik, nicht?" "Neee, aber...es war auf jeden Fall lustig."]