Die Neonleuchte

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Sonntag, 12. August 2012

Der Sinn für interessantere Alternativen - Eine Einführung in die Kunst der Immersion


(Wirklichkeit und Möglichkeit nach Bilz im Bild)
Eine zu langweilige und wenig spektakuläre Gegenwart (und wer kennt so eine nicht?) ist ein Problem und häufig ein hinreichender Grund, sich mit dem zu beschäftigen, was so eigentlich überhaupt nicht da ist. Glücklicherweise sind Menschen wenig genug in ihre Gegenwarten verstrickt, um nebenher auch noch anderswo zu sein: in "längeren Gedankenspielen" (Schmidt), bei einer kleinen Kritzelei ins Schulheft, dem letzten inspirierten Gespräch in der Küche, undsoweiter. Bei Kant (und auch anderswo) heißt diese Fähigkeit "Einbildungskraft":
Die Einbildungskraft (als produktives Erkenntnisvermögen) ist nämlich sehr mächtig in Schaffung gleichsam einer andern Natur aus dem Stoffe, den ihr die wirkliche gibt. Wir unterhalten uns mit ihr, wo uns die Erfahrung zu alltäglich vorkommt; bilden diese auch wohl um: [...] wobei wir unsere Freiheit vom Gesetze der Assoziation [...] fühlen, nach welchem uns von der Natur zwar Stoff geliehen, dieser aber von uns zu etwas ganz anderem, nämlich dem, was die Natur übertrifft, verarbeitet werden kann.
(Kant, Kritik der Urteilskraft)
Auf der Suche nach der besseren Unterhaltung stehen uns also neben der "Wirklichkeit" und neben den vielen suggestiven Medien-Kanälen noch die selbstgetragenen (aber ja doch nicht schlichtweg "selbstgelenkten") Ablenkungen (besser: Einlassungen) zur Verfügung.

Die grundmenschliche Kompetenz zur Flucht aus einer unterfordernden Gegenwart in einen alternativen Erlebensraum brachte
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Labels: Arno Schmidt, Deleuze, Heidegger, Humboldt, Immersion, Kant, Kunst, Lebens-Kunst-Nischen, Luhmann, Musil, Philosophie, Psychologie, Utopie

Freitag, 22. Juni 2012

Lebens-Kunst-Nischen: Existenzielle Eifersucht & Verfehltes Glück




"Existenzielle Eifersucht" bezeichnet das Gefühl, das ein dem eigenen entgegengesetzter Lebensentwurf Lebens- und Freiheitsspielräume verwirklicht, zu denen einem selbst der Mut, das Glück und letztlich auch der Glaube fehlt, dass sie überhaupt verwirklichbare Möglichkeiten darstellen. 
Ein solches Gefühl, das mitunter durch gelungene Selbsteinrichtungen jenseits von Büro- und Schreibtischwirklichkeit provoziert wird, bekämpft man - wie jede eigene Unsicherheit - am besten durch Veralberung oder Diskreditierung; alternativ gesteht man sich die eigene Provoziertheit ein und genießt die unerhörten Anblicke.
"Glück ist das Mögliche in seiner Verfehlung: dasjenige Mögliche, das zu seiner Zeit unmöglich in Wirklichkeit umgesetzt werden konnte, dasjenige Mögliche, das einem Un-möglichen entspringt. Nur dies Glück, das un-mögliche, provoziert Neid. Denn Neid ist ein Affekt, der nicht einem Wirklichen gilt, sondern einem verstellten, nicht verwirklichten und deshalb immer noch offenen Möglichen. Woran der Neid sich entzündet, ist für Benjamin nicht das Glück eines Anderen, sondern das möglich gewesene und nicht wahrgenommene eigene Glück. [...] Glück ist eine kontingente Möglichkeit des Gewesenen, die sich für eine andere Zeit, zunächst also für diejenige Zukunft, die jetzt Gegenwart ist, bewahrt."
(Hamacher, ´Jetzt´. Benjamin zur historischen Zeit)
[Re-Entry vom 17.05.11]
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Labels: Hamacher, Kritik, Kunst, Lebens-Kunst-Nischen, Psychologie

Montag, 21. Mai 2012

Ein Ausweg aus dem Selbstverwertungsdilemma? Alternativen zwischen Selbstunterdrückung und Selbstverkleinerung

[RP 20.11.11]
"Das Rennen beginnt, doch ich bleib´ stehen, wenn ihr loslauft" (Retrogott)
Wer für Selbstaneignung eintritt, der muss damit rechnen, dass die ewigen Kritiker der Verwertung ihn mit der Frage zu provozieren versuchen, ob sein Engagement für Engagement nicht letztlich einem liberal-ökonomischen Impuls verpflichtet bleibt, der den Einzelnen heimlich - und mit der dazu nötigen List der Vernunft - zu einem kalkulierenden Verwerter seiner Lebenschancen und -appetite umzuqualifizieren versucht. Das mag natürlich sein. Aber wie sähe denn die Alternative aus? Aktive Selbstverunmöglichung?
Mit aller mir zu Gebote stehenden Leidenschaft bin ich bemüht, mir gewisse Wege und Möglichkeiten (so z.B. Karriere, Erfolg, eine bürgerliche Existenz u. dgl.) völlig und für alle Zeit zu verlegen. Mein gegenwärtiges Leben ist dazu angetan, mich in dieser Absicht kräftig zu unterstützen. Von Zeit zu Zeit, wenn die verdächtige "Harmonie" meiner Natur sich durchringt, wittere ich Unrat und bin instinktiv bemüht, irgendeine Torheit, einen Fehltritt, einen Verstoß zu begehen, um mich vor mir selbst wieder herunterzubringen. Ich darf gewisse Talente und Fähigkeiten nicht aufkommen lassen. Mein höheres Gewissen, meine Einsicht verbieten mir das.
(Hugo Ball, Die Flucht aus der Zeit)
Anderen Alternativen jedenfalls fehlt häufig scheinbar der nötige Schneid. Irgendwo irgendwie dazwischen sich einrichten: "das ist doch nicht radikal genug". Die Gesamtverhältnisse müssen auf jeden Fall ganz und von Grund auf -- von wo ganz anders her -- geändert werden.

Der Totalitarismus der Kritik duldet kein "Dazwischen" und keinen "Kompromiss", er will Revolution, keine Reform. Seine regressive Trotzigkeit verbirgt er dabei geschickt hinter der scheinbaren Selbstverständlichkeit des "Ganz oder gar nicht". Allerdings kommt diese verständliche Sehnsucht nach der absoluten Alternative über die radikalistische Geste und den mit ihr verbundenen moralischen Fingerzeig auf die vermeintlichen "Kollaborateure des falschen Lebens" selten hinaus. Sie übersieht, dass "totale Kritik" und "Weitermachen" sich gegenseitig immer schon ausgeschlossen haben. Wer "alles das hier" so kritisiert möchte, der wird sich "in diesem Leben" schwer damit tun, sich am System nicht die Finger schmutzig zu machen oder schlichtweg zu sich selbst in unbequemen, offenen oder latenten Widerspruch zu treten.
Falsches Ziel gewählt?
"No matter. Try again. Fail better"
(Cyberdees, CC BY-NC-SA 2.0)
Gibt es andere Formen des Umgangs mit der unternehmerischen Anrufung [...]? Wie könnten Alternativen zu Enthusiasmus, Ironie und Melancholie aussehen? Eine pragmatische Gelassenheit vielleicht, die weder glorifiziert noch dämonisiert, der die hochgetunte Selbstmobilisierung des Enthusiasten so fern liegt wie die angestrengte Selbstdistanzierung des Ironikers oder die behagliche Selbstgewissheit des Dagegenseins, die der Melancholiker kultiviert. [...] Eine taktische Klugheit, welche die Listen der Simulation, des Abtauchens und des détournement beherrscht und den Aktivierungsfuror der Förderer und Forderer ins Leere laufen lässt.
(Bröckling, Enthusiasten, Ironiker, Melancholiker)
Eine Frage der klugen Wahl der Ziele, für die man sich wirklich engagieren (lassen) will. Die wird gerade in Strukturen akut, die eigene Ambitionen und Eitelkeiten bewusst provozieren, Angebote zur eigenen Verausgabung mit dem leisen Versprechen verbinden, man könnte - Überverausgabung fröhlich in Kauf nehmend - bald schon zu den wenigen glücklich Auserwählten zählen, oder zumindest die Leiter des symbolischen Kapitals ein signifikantes Stück nach oben klettern. Aber möglicherweise ist das alles auch noch eine Spur zu ernst:
Fuest: Das Pathos, die Larmoyanz, all das, was die Melancholie ausmacht, das hat man naturgemäß zu korrigieren über den Witz. Sich selbst ernst nehmen ist die größte Katastrophe, die man sich leisten kann im Leben. Daran krankt ja die halbe Welt.
[...]
TAZ: Woran glauben Sie dann?
Fuest: Ich glaube an die Wirksamkeit in mikropolitischer und mikroethischer Hinsicht. Und dass sich die nur erzeugen lässt im Dialog, im Gespräch, in kleinen Gruppen. [...] Werdet, die ihr seid, werdet Zwerge!
TAZ: Ist das nicht ein Rückzug?
Fuest: Nein, ein Auszug. Die Zwerge, das sind in den Mythen die Ausgewanderten. Die Zwerge sind diejenigen, die weggegangen sind, weil die Menschen zu laut waren, zu habgierig, zu hässlich und zu tölpelhaft. Und es sind die, die unterirdisch wühlen, an den Wurzeln graben. 
(Leonhard Fuest über Melancholie und Utopie in der TAZ)
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Freitag, 24. Februar 2012

Lebensspielräume, Lebensversäumnisse: Versuche zur Formalisierung des Existenzialismus


(Raum für Möglichkeiten)
Lebensmöglichkeiten erscheinen entweder als Fähigkeiten oder als Spielräume: als Selbstoptionen oder Weltoptionen. Selbstoptionen sind die als Kapital vorgestellten Potentiale und Fähigkeiten, die dem Einzelnen zur möglichen Verwirklichung zur Verfügung stehen (Talente, Kenntnisse, Fertigkeiten, Besitze), Weltoptionen sind die durch Situationen vorgegebenen Bewegungsspielräume (Erreichbare Orte oder Positionen, gestaltbare Räume). 
Während Weltoptionen als mögliche zukünftige Lebensumstände vorgestellt werden, zeigen sich Selbstoptionen als zu-verwirklichende Potentiale, die man entweder als durch Nicht-Verwirklichung erfolgte Kränkungen mit sich herumschleppt ("Ich wäre sicher ein großer Pianist geworden.") oder die als heimliche Versprechen einer möglichen Zukunft die eigenen Tätigkeiten tragen ("Ich werde gewiss ein mittelgroßer Pianist."). Im Hinblick auf beide Seiten besteht Täuschungsgefahr: Wirkliche Möglichkeiten können hier wie da als Unmöglichkeiten erscheinen: die eigene Unfähigkeit als noch nicht ausgeprägtes Talent, bestehende Möglichkeit als absurd und unwahrscheinlich vorschnell abgetan werden.
Vermeintliche Weltoptionenknappheit kann einschränken, träge und verzweifelt machen, oder zur Gegenreaktion provozieren: Protest [Adorno]. Protest gegen wahrgenommenen Selbstoptionenknappheit dagegen ist unwahrscheinlich: man fühlt sich eher unfähig als unterbliebene Talentvererbung (und wen denn nur?) anzuklagen. Eine Frage der Zuschreibung: Knappheit an Selbstoptionen kann durch Fremdzuschreibung (Externalisierung, Entantwortung) als Problem der Welt dargestellt werden: ein unterstellter Mangel an Weltoptionen etwa entlastet vom Eingeständnis eigener Unfähigkeit ("Es gibt hier einfach keine guten Klavierlehrer.."), Unterstellung ungerechter Mechanismen entlastet vom Eingeständnis mangelnden Engagements für die Sache selbst ("Protest ist manchmal leichter als Politik").
Vermeintlicher Weltoptionen- oder Selbstoptionenüberschuss steigert das Kontingenzgefühl und führt im Grenzfall zu Fahrlässigkeit: zu vieles scheint möglich, zu weniges notwendig oder auch nur alles Mögliche belanglos. Das Entscheiden selbst wird zum Problem.
Sofern man aber überhaupt für das Realisieren von Möglichkeiten votiert -- und es könnte natürlich auch Gründe geben, das nicht zu tun -- lohnt sich bisweilen vielleicht eine optimistische Überschätzung eigener Spielräume, solange die nicht absehbar langfristig zu den größeren Enttäuschungen führen muss.
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Samstag, 11. Februar 2012

Die Geburt der Fahrlässigkeit aus dem Geist der Selbstentlastung


(Beschwerte Individualität)
Gehäuse und Widerstände III

Die Abfall des Realitätsdrucks im Inneren der Kulturgehäuse bringt mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit "fahrlässige Individuen" hervor. Realitätsdruck meint dabei diejenige Form von Nötigung, die ein Individuum (beispielsweise durch die Verknappung von Ressourcen (im einfachsten Fall: Reduktion von Komplexität durch das Verstreichen von Zeit) oder direkte Konfrontation mit Gefahr) unausweichlich zum Treffen konkreter Entscheidungen nötigt, sofern es überhaupt ähnlich wie bisher weitermachen will. Die Kultur dient hier gleichsam als ein Schutzwall, an dem die heranbrandenden Realitäten locker auslaufen, ihre erste Wucht verlieren können, um dann als seichte und unbedrohliche Ereignis-Wellen (vermittelt beispielsweise durch öffentliche Medienkanäle) die Kulturinsassen zu erreichen. 

Ein in eine allzu stark ausgebildete Ernstabschottung geborenes Individuum bekommt allerdings selbst von diesen Wellen kaum noch etwas mit. In warme Gehege einkuschelt erlebt es seine Welt als einen Raum der diffusen und semi-relevanten Optionen:
Wir treiben auf dem Ozean der Appetite, Erlebnisbereitschaft hat die Welt entgrenzt. [...] [Der moderne Verbraucher ist] nicht mehr zur Freiheit, sondern zur Frivolität [verurteilt]. Frivol ist, wer ohne ernsten Grund in der Natur der Dinge sich für dies oder das entscheiden muß [...]. Alles geschieht im Bewußtsein dessen, daß es ebensogut anders ginge. Ästhetik -- die Komödie des Bevorzugens.
(P.S., Falls Europa erwacht) 
Er treibt bewusstlos -- weil wenig entscheidungsaffin -- durch seine Gefilde, er muss keine Konsequenzen "ein für allemal" auf sich nehmen, er driftet fahrlässig als buntes und lustiges Möglichkeitsknäuel ohne ernstzunehmenden Verwirklichungsdrang durch die sich ihm gerade anbietenden Passagen und Programme, lacht fröhlich unentschlossen vor sich hin.
Steigt nun allerdings der Realitätsdruck im Selbst- und Kulturgehäuse wieder an, müssten auch die entsprechenden Ernstfallprogramme dem Einzelnen bei der Bewältigung dieses Drucks wieder beistehen, ihm konkretes Entscheiden irgendwie ermöglichen. Für fahrlässige Individuen beginnt an dieser Stelle das Problem: Ihnen steht kein Sensorium zur Erkennung des Ernstfalls mehr zur Verfügung, sofern sie bisher nur beliebig an sie herangespülte Optionen ohne allzu hohen Ernstwert kannten. Die Bedrohung "geht an ihnen vorbei", oder sie wollen es schlichtweg nicht akzeptieren, dass ihr freie Optionalität durch Restriktionen von außen begrenzt werden könnte und beginnen -- wie man heute sagt -- zu "prokrastinieren". Prokrastination wird möglich und wahrscheinlich, sobald das Unterlassen von Entscheidungen nicht mehr als eine Bedrohung des Weitermachens wie bisher erlebt wird, sobald der erlebte Realitätsdruck unter ein bestimmtes Engagierungs-Niveau gefallen ist. Die Entscheidungen werden an ihrer Stelle dann von der verstreichenden Zeit und den so verunmöglichten Möglichkeiten wie von selbst getroffen. "Not der Notlosigkeit" hat Heidegger das genannt, die "Schwierigkeit der Wiederbeschwerung der Welt" könnte man das Problem heute vielleicht nennen.  
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Freitag, 20. Januar 2012

Lebens-Kunst-Nischen XXII: Zur Welt kommen. Zur Sache kommen


(Einladung zur Teilnahme vs. "Krise des Arenabewusstseins")
Wer Philosophie über die Probleme identifiziert, die sie jeweils zu lösen versucht und beansprucht, wird schnell darauf aufmerksam, dass eine Philosophie der Selbstorientierung andere Schwierigkeiten zu diskutieren hat als eine Philosophie der sicheren Erkenntnis. Selbstorientierungsphilosophien suchen ihren Halt nicht in letzten Tatsachen sondern in spezifischen Arrangements derjenigen prozesshaften Beweglichkeit, die man sonst "das eigene Leben" nennt (--> Selbstaneignung). Nachdem Rafael Horzon hier schon theoretisch und praktisch einiges vorgearbeitet hat, liefert S. diesmal einen Vierschritt gelingender Weltaneignung nach der ersten Welteröffnung:

Erst einmal das Dringendste aus der Bahn arbeiten, um einen Spielraum möglichen Anderstuns zu erschließen..
Das Dringlichkeits-Apriori: 
"Bei einer genaueren Analyse zeigt sich, daß niemals die Zeit als solche drängt, sondern der Drang als solcher Reihenfolgen zeitigt; an deren uns zugekehrten Spitzen stehen immer die Dinge, die wir als unumgängliche Dringlichkeiten erleben. Unter dem Druck des Dringlichen vollzieht sich die Umandlung von Notwendigkeit in Erste Selbsthilfe."
..etwas anfangen...
Das Initiativ-Apriori:
"Es besagt zunächst nicht mehr, als daß Menschen, um zu einer Welt zu kommen, etwas anfangen müssen -- ohne eigenes Anfangen keine Welt. [...] Das Mitsichanfangen, von dem hier die Rede ist, bedeutet buchstäblich: Sichanfangen. Man muß diese Redewendung hören, als hieße sie: Sichscharfmachen, wie eine Bombe; Sichzururaufführung bringen, wie ein noch nie gespieltes Stück; [...] Sichübernehmen, wie ein bisher untragbares Gewicht [...]."
..nie das allerwichtigste vorbereiten..
Das Zurückstellungs-Apriori  ["Das Prinzip Aufschub"]:
"Durch Zurückstellung entstehen Vorfelder zu den Hauptsachen, und solche Vorfelder lassen sich beleben, bewohnen und bewirtschaften. Man darf behaupten, daß Lebenskunst über weite Strecken sich auf die Kunst der Nebensachen bezieht, wie es auch Anhaltaspunkte für die Vermutung gibt, daß ein gut Teil des wirklichen Lebens sich nicht auf dem Spielfeld, sondern im Seitenaus abspielt, nicht während des Hauptprogramms, sondern in der Pause. [...] Wie jeder sieht, spielt sich heute ein kultureller Ansturm ins Vorfeld ein, das Leben wird für echte Metropolitaner zum Zehnkampf im Leichtnehmen aller Disziplinen."
 ..und damit trotzdem auftreten.
Das Bühnen-Apriori:
"Kulturen sind [...] nicht nur soziale "Systeme", in denen Entbindungen stattfinden, wo Dringlichkeiten verarbeitet, Initiativen ergriffen und Vorfelder zur lockeren Pflege der zweitwichtigsten Dinge eingerichtet werden. Sie sind vor allem bühnenbauende Systeme. [...] Das Zurweltkommen von Menschen verweist von Anfang an auf die Bühnen und Arena-Eigenschaften der Welt als solcher. [...] [Was es gibt], ist eine Krise des Zurweltkommens, eine Krise des Arenabewußtseins und des Glaubens daran, daß Menschen Wesen sind, die völlig zur Welt kommen können, um ganz von dieser Welt zu sein."
(Alles jeweils aus: Sloterdijk, Zur Welt kommen. Zur Sprache kommen.)
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Montag, 5. Dezember 2011

Living Life in the Fast Lane: Akte des Überholens

Die Unmöglichkeit der Selbsteinholung [Achill ist selbst die Schildkröte]
Während Hugo Ball den existenziellen Selbstabstand [Def.: Der e.S. bezeichnet das häufig durch ein Ereignis provozierte Gefühl, sich zum ersehnten Ich/Welt-Verhältnis in einer uneinholbaren Distanz zu befinden. Der e.S. bricht meist in der Konfrontation mit realen oder erdachten Personen und Lebensstilen auf, die -- scheinbar oder wirklich -- ersehnte aber für Ego uneinlösbare Lebensspielräume realisieren.] noch als einen unausweichlichen modus vivendi beschreibt...
In der Kindheit erträumen die Menschen sich ein so selbstverständliches Ideal ihrer selbst und der Welt, daß die Erfahrung sie nachher immer enttäuschen muß. Die Berichtigung tritt unversehens ein und der Schock davon ist meistens derart, daß eine gewisse Empfindlichkeit in diesem Punkte niemals erlischt. Wer den Traumschatz der Menschen zu heben vermag, der kann ein Erlöser werden. Zwischen Traum und Erfahrung liegen die Wunden, an denen de Menschen sterben. Hier liegen die Gräber, aus denen sie auferweckt werden. [...] Geboren werden die Menschen allesamt als Erlöser und Könige. Aber die wenigsten vermögen sich zu behaupten, oder, wenn sie sich schon verlieren, sich wiederzufinden. Wer das Leben befreien will, muß die Träume befreien.
(Ball, Flucht aus der Zeit)
 ...setzt Bloch den Blinker, um zügig auf die Überholspur zu wechseln:

Demgemäß und um die Geburt des Morgen zu befördern, ist [das Denken des "echten Widerstands"] zwar mitten in der Zeit, doch so, daß es sie weisen kann und überholt. Überholen nun, das setzt nicht nur Unzufriedene voraus, denen der Lauf, gar Stand der Dinge nicht Genüge tut. Und es setzt nicht nur ein Wünschen und Erwarten voraus, samt der Fähigkeit, Träume nach vorwärts zu haben. [...] Weiter jedoch ist nötig, daß das Überholen nicht abstrakt bleibt, nur putschhaft vorpreschend oder auch ein Glück vormachend, von dem überhaupt nicht gewusst wird, wie man hingelangt. So etwas ist Schwärmen und überholt nur scheinbar, obwohl sein Vorwärts besonders heftig aussieht; es überholt aber nicht, sondern überschlägt. Damit dies vermieden [sic], dazu muß man allerdings auch mitmachen, freilich nicht die Dinge, wie sie sind, wohl aber, wie sie gehen, real möglich gehen könnten [...]. Kein Überholen kann dies außer acht lassen, ja am wichtigsten ist auch in diesem Betracht die Beachtung der Straße.
(Bloch, Tübinger Einleitung in die Philosophie)
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Montag, 28. November 2011

Lebens-Kunst-Nischen XXI: Offenes Gespräch hinter verschlossener Tür


Auf der Suche nach einer immer noch nicht wiedergefundenen Gesprächskultur:

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Labels: Animation, Film, Kunst, Lebens-Kunst-Nischen, Sprachhygiene

Freitag, 25. November 2011

Lebens-Kunst-Nischen XX: Gestaltete Oberflächen




Und zur "Abrundung" noch ein bisschen verdaubare Technik-Philosophie:
Der Begriff „Benutzeroberfläche“ [...] bezeichnet die gestalteten Interaktionsflächen technischer Apparate, die ihren Verwendern diejenigen wahrnehmungsmäßig zugänglichen Komplexitätsreduktionen anbieten, die den fließenden Umgang mit den technischen Produkten erst ermöglichen -- „ein schlechtes ,Produkt´, das sich in seine Eingeweide sehen lässt“ (Blumenberg).

Das Programm wendet seinem Anwender also die zur Benutzung einladende Arbeitsfläche zu, lächelt ihn gleichsam auffordernd an, um den Mechanismus seiner Funktion zugleich hinter diesem Lächeln zu verbergen. Dabei machen sich die Techniker und Designer eine Eigenschaft zunutze, die der Gestaltpsychologe Kurt Lewin den „Aufforderungscharakter“ der Gegenstände nannte; Gibson oder auch Norman sprechen hier analog von in den Gegenständen angelegten „affordances“. Ein Produktdesigner kann in diesem Sinn als ein Gestalter solcher Aufforderungscharaktere beschrieben werden. Er entscheidet, welche Seiten und welche Funktionen das Produkt dem Verwender auffordernd zuwendet, welche inneren Funktionen es ihm zugänglich macht und welche „Spuren“ es hinter seiner materiellen Oberfläche verschwinden lässt. Zwar können die Verwender in dieser Situation lernen, wie sie erfolgreich mit den technischen Geräten umgehen, dadurch wissen sie aber noch lange nicht, was deren Funktionen im Innersten in Bewegung hält.
(Die Quelle ist selbst die Quelle, Wissen und Zaubern an der Oberfläche)
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Labels: Blumenberg, Lebens-Kunst-Nischen, Technik

Dienstag, 22. November 2011

Dieses fahle Gefühl von...Nichts


Wir schalten die Geräte ein. Wir machen die Fenster auf. Wir gehen im Wald spazieren. Wir kaufen frisches Gemüse ein. Wir laden einen Bekannten zum Tee. Wir erzählen Freunden, wir hätten Abenteuer erlebt. Aber so ganz verschwinden tut´s eigentlich nicht.



"Es entspringt im zynischen Zwielicht einer ungläubigen Aufklärung ein eigentümliches Gefühl von Zeitlosigkeit, das hektisch ist und ratlos, unternehmerisch und entmutigt, in lauter Zwischendrin gefangen, der Geschichte entfremdet, der Zukunftsfreude entwöhnt. Das Morgen nimmt den Doppelcharakter von Belanglosigkeit und wahrscheinlicher Katastrophe an, dazwischen spielt eine kleine Hoffnung auf Durchkommen. [...] In den kooperativen Kneipen, am Abend, streift der Blick Poster, auf denen steht: Die Zukunft wird wegen mangelnder Beteiligung abgesagt. [...] Das späte und zynische Gefühl ist das des Trips und des grauen Alltags, eingespannt zwischen verdrossenem Realismus und ungläubigen Tagträumen, präsent und abwesend, cool oder versponnen, down to earth oder far out, ganz nach Belieben. Manche haben Ehrgeiz, und andere hängen durch. [...] Man fühlt katastrophal und katastrophil, man fühlt zartbitter und privat, wenn es noch gelingt, den Nahbereich vom Schlimmsten freizuhalten. Gute Filme sind wichtig. Doch gute Beispiele sind nicht leicht nachzuahmen, weil jeder Fall anders ist, besonders der eigene. Man schenkt sich noch Bücher und staunt ein wenig, wenn der Papst nach Deutschland kommt, daß es den überhaupt noch gibt. [...] Man fragt sich, was man als nächstes macht und wie es so weitergeht. Im Feuilleton der ZEIT streiten sich die Kulturkritiker um die richtige Art, pessimistisch zu sein. [...] Die einen versuchen seit längerem, ihre Psychoanalyse abzuschließen, und die anderen fragen sich seit langem, ob sie es noch länger vor sich selbst verantworten können, keine zu beginnen; aber man muß auch daran denken, was das kostet und was die Kasse zahlt, und ob man hinterher noch so kann, wie man mitten in der Misere glaubt, können zu sollen, während man zuvor sich nicht sicher ist, ob man weiter will wie bisher."
(KdzV)
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Labels: Animation, Film, Kunst, Lebens-Kunst-Nischen, Philosophie, Psychologie, Sloterdijk

Donnerstag, 17. November 2011

Die mahnende Stimme aus dem historischen Off: Gottfried Benn mit einer dringenden Empfehlung für kommende Selbstaneigner


Gottfried Benn, altertümlich ernst (oder wirkt ernsthafter Ernst immer schon altertümlich heute?), mit einer Empfehlung, die wohl nicht nur an Dichter gerichtet ist: Selbsteingrenzung als tastend an- und zueignende Auslotung des eigenen Bereichs.

"Sie haben sicher einmal das Wort Moira gehört: das ist der mir zugemessene Teil, das ist die Parze, die sagt, dies ist deine Stunde, schreite ihre Grenzen ab, prüfe ihre Bestände, wabere nicht ins Allgemeine, treibe keinen Feuerzauber mit dem Fortbestand des Höheren, -- du bist hoch, denn ich spreche mit dir. Natürlich wirst du nicht befugt sein, in andere Reiche einzudringen, es gibt viele Moiren, ich spreche auch mit anderen, sehe jeder zu, wie er meine Rede deutet -- aber dies ist dein dir zugemessener Kreis: suche deine Worte, zeichne deine Morphologie, drücke dich aus. Übernimm ruhig die Aufgabe einer Teilfunktion [das heißt jetzt: finde deine Nische], die aber versorge ernstlich, ich will dir zuflüstern, eine voluminöse Allheit ist ein archaischer Traum und mit der heutigen Stunde nicht verbunden.
(Probleme der Lyrik)
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Samstag, 29. Oktober 2011

Lebens-Kunst-Nischen XIX: Hip-Hop


Deutsche Hip-Hop-Urgesteine laden zu antizipierten Gipfel-Treffen.

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Dienstag, 25. Oktober 2011

Lebens-Kunst-Nischen XVIII: P.S. verrät das zweite der drei wichtigsten Geheimnisse gelingender Selbstaneignung


(Quelle: trevor.patt Lizenz: CC BY-NC-SA 2.0)
Da die Kunst gelingender Selbstaneignung eine nur wenigen Menschen zugängliche Geheimlehre darstellt, und diese Wenigen meist lieber wissend schweigen als vorschnell zu viel zu verraten, müssen die Fragmente einer Kunst erfolgreicher Selbsteinrichtung sorgsam und mit bedacht aufgelesen und gehütet werden. Nach Rafael Horzon verrät Sloterdijk nun das zweite ihrer drei wichtigsten Geheimnisse (das allerdings auch durch ein alternatives Geheimnis ersetzbar ist):

Meinen längsten Irrtum -- ich habe ihn durchschaut. Ich musste vierzig Jahre alt werden, bevor mir endlich die Augen aufgingen. Von Kindheit an hatte ich unter dem Vorurteil gelebt, man müsse unter allen Umständen die Wahrheit sagen. Wahrhaftigkeit allein, so machten sie mir vor, ermöglicht gutes Leben. Wahrheit macht frei, sagten die einen, Wahrheit macht glücklich, behaupteten die anderen. Ich habe ihren Rat beherzigt. Mein Leben verlief in den Bahnen des unauffällgen Unglücks. Niemand erklärte mir, dass ein guter Mensch über den mittleren Dienst nicht hinauskommt. Ich ging den Weg der grauen Mehrheiten, die sich nichts vormachen können und alles zugeben.


Dann kam die Wende, mit der mein Leben neu begann. An einem schicksalsträchtigen Wochenende ging mir die Wahrheit über die Wahrheit auf. Nun wird mich nie mehr jemand dazu bringen, auf meine eigenen Kosten ehrlich zu sein. So viel will ich ihnen verraten: Ein guter Tag beginnt mit einer starken Lüge. Mein eigener Fall ist hierin lehrreich. Ich taumle ins Bad und sehe im Spiegel den Schatten einer bleichen Masse, die Unwohlsein verbreitet. Müsste ich jetzt scharf hinsehen, so wäre schon alles in der Krise. Mein Feind steht im Raum und will die Sphäre mit mir teilen. Schon wieder schleicht mein nächtliches Selbst hinter mir her und will die Hälfte von meinem Leben haben. Seit Jahren belästig es mich mit dem Ansinnen, mit mir über das zu reden, was es für meine Probleme hält. Aber ich verhandle nicht mehr mit Gespenstern.
(Der ästhetische Imperativ)
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Dienstag, 20. September 2011

Lebens-Kunst-Nischen XVII: Reorganisation der eigenen Medialität


Wir machen uns einen organlosen Körper, oK!?, aber wie?
"Den Organismus aufzulösen, hat nie bedeutet, sich umzubringen, sondern den Körper für Konnexionen zu öffnen, die ein ganzes Gefüge voraussetzen, Kreisläufe, Konjunktionen, Abstufungen und Schwellen, Übergänge und Intensitätsverteilungen, Territorien und Deterritorialisierungen, die wie von einem Landvermesser vermessen werden. [...] Man sollte folgendes tun: sich auf einer Schicht einrichten, mit den Möglichkeiten experimentieren, die sie uns bietet, dort nach einem günstigen Ort suchen, nach eventuellen Bewegungen der Deterritorialisierung, nach möglichen Fluchtlinien, sie erproben, hier und da Zusammenflüsse von Strömen sichern, Segment für Segment die Identitätskontinuen ausprobieren und immer ein kleines Stück Neuland haben."
(Deleuze & Guattari, Tausendminusein Plateaus)
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Freitag, 9. September 2011

Lebens-Kunst-Nischen XVI: "It´s da 70ies that matters"

"Ich habe eine kleine Geschichte zu erzählen und die geht so: Rap ist in New York groß geworden, aber sobald er laufen konnte fand er den Weg an die Westcoast, wo es ihm viel besser gefiel, dann lernte er fliegen und Westberlin war sein Ziel. Jetzt ist Rap in mir. Ich bin real."
(Westberlin Maskulin (Taktloss), Chillin Killin, Battlekingz)



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Mittwoch, 7. September 2011

Social Acc...whatever: "Save dat Mermaid!!!"


Von wegen: Keine Erinnerungsspuren mehr durch die umfassende soziale Beschleunigung der Welt. Neben "Technoiden Zeitparasiten" haben sich auch engagierte Videopieler längst in selbst-souveränisierende Erlebensräume gerettet und erinnern sich an das Unerinnerbare. Die Entschleunigungsinseln waren immer schon unter uns. Das EREIGNIS hat schon längst stattgefunden. Alle Anderen sind zu spät. 


[Mehr zu "Goonies"]

..und wenn die Pflicht den Spieler erst einmal in Anspruch nimmt, kann der Rosa sich noch so sehr mit der Beschleunigung beeilen ("Modern human beings go to bed as guilty subjects."). Dem "Immer-schon-zu-spät" des auf Selbstentropie hin beschleunigten Projekt-Subjekts stellt der Spieler sein einfaches "Level-noch-immer-nicht-geschafft" entgegen: 

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Mittwoch, 17. August 2011

Lebens-Kunst-Nischen XV: Das eigene Geschäft


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Labels: Lebens-Kunst-Nischen, Sport

Freitag, 12. August 2011

Lebens-Kunst-Nischen XIV: Behind the Scenes


Jenseits des sonst Sichtbaren eingerichtet.


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Labels: Film, Lebens-Kunst-Nischen

Mittwoch, 3. August 2011

Lebens-Kunst-Nischen XIII: Second Hand - Eine idealtypische Studie


Rechnendes Denken oder Gemächlichkeit und die Frage, ob am Ende nicht auch ein allzu verspanntes Nachdenken über die anderen Möglichkeiten ins jeweils Befürchtete umschlagen muss (Die Dialektik der Aufregung). [Alternativ: Lebensformfragen werden durch Lebensraum-Einrichtungen gelöst]

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Labels: Animation, Dialektik der Aufklärung, Heidegger, Kunst, Lebens-Kunst-Nischen

Mittwoch, 27. Juli 2011

Weltinnenraum-Architekten


"People maybe that aren´t so happy with the way things look, well, change them."

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