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Freitag, 2. März 2012
Samstag, 25. Februar 2012
Donnerstag, 29. Dezember 2011
Dienstag, 6. Dezember 2011
Mit Kant über Zahnlücken hinwegsehen lernen...
Viele Menschen sind unglücklich, weil sie nicht abstrahieren können. Der Freier könnte eine gute Heurat machen, wenn er nur über eine Warze im Gesicht oder eine Zahnlücke seiner Geliebten wegsehen könnte. Es ist aber eine besondere Unart unseres Attentionsvermögens, gerade darauf, was fehlerhaft an anderen ist, auch unwillkürlich seine Aufmerksamkeit zu heften: seine Augen auf einen dem Gesicht gerade gegen über am Rock fehlenden Knopf, oder die Zahnlücke, oder einen angewohnten Sprachfehler zu richten, und den anderen dadurch zu verwirren, sich selbst aber auch im Umgange das Spiel zu verderben. – Wenn das Hauptsächliche gut ist, so ist es nicht allein billig, sondern auch klüglich gehandelt, über das Üble an anderen, ja selbst unseres eigenen Glückszustandes, wegzusehen; aber dieses Vermögen zu abstrahieren ist eine Gemütsstärke, welche nur durch Übung erworben werden kann.
(Kant, Anthropologie in pragmatischer Hinsicht)
Montag, 28. November 2011
Lebens-Kunst-Nischen XXI: Offenes Gespräch hinter verschlossener Tür
Auf der Suche nach einer immer noch nicht wiedergefundenen Gesprächskultur:
Sonntag, 27. November 2011
Donnerstag, 24. November 2011
Dienstag, 22. November 2011
Dieses fahle Gefühl von...Nichts
Wir schalten die Geräte ein. Wir machen die Fenster auf. Wir gehen im Wald spazieren. Wir kaufen frisches Gemüse ein. Wir laden einen Bekannten zum Tee. Wir erzählen Freunden, wir hätten Abenteuer erlebt. Aber so ganz verschwinden tut´s eigentlich nicht.
"Es entspringt im zynischen Zwielicht einer ungläubigen Aufklärung ein eigentümliches Gefühl von Zeitlosigkeit, das hektisch ist und ratlos, unternehmerisch und entmutigt, in lauter Zwischendrin gefangen, der Geschichte entfremdet, der Zukunftsfreude entwöhnt. Das Morgen nimmt den Doppelcharakter von Belanglosigkeit und wahrscheinlicher Katastrophe an, dazwischen spielt eine kleine Hoffnung auf Durchkommen. [...] In den kooperativen Kneipen, am Abend, streift der Blick Poster, auf denen steht: Die Zukunft wird wegen mangelnder Beteiligung abgesagt. [...] Das späte und zynische Gefühl ist das des Trips und des grauen Alltags, eingespannt zwischen verdrossenem Realismus und ungläubigen Tagträumen, präsent und abwesend, cool oder versponnen, down to earth oder far out, ganz nach Belieben. Manche haben Ehrgeiz, und andere hängen durch. [...] Man fühlt katastrophal und katastrophil, man fühlt zartbitter und privat, wenn es noch gelingt, den Nahbereich vom Schlimmsten freizuhalten. Gute Filme sind wichtig. Doch gute Beispiele sind nicht leicht nachzuahmen, weil jeder Fall anders ist, besonders der eigene. Man schenkt sich noch Bücher und staunt ein wenig, wenn der Papst nach Deutschland kommt, daß es den überhaupt noch gibt. [...] Man fragt sich, was man als nächstes macht und wie es so weitergeht. Im Feuilleton der ZEIT streiten sich die Kulturkritiker um die richtige Art, pessimistisch zu sein. [...] Die einen versuchen seit längerem, ihre Psychoanalyse abzuschließen, und die anderen fragen sich seit langem, ob sie es noch länger vor sich selbst verantworten können, keine zu beginnen; aber man muß auch daran denken, was das kostet und was die Kasse zahlt, und ob man hinterher noch so kann, wie man mitten in der Misere glaubt, können zu sollen, während man zuvor sich nicht sicher ist, ob man weiter will wie bisher."
(KdzV)
Dienstag, 15. November 2011
Dienstag, 8. November 2011
Üpsielohns moderne Lyrik-Kiste III: Retrogott@Nacktscanner, Doktor in ´Pataphysik
Üpsielohn trifft beim Durchstöbern der virtuellen Archive immer wieder auf Goldstücke, die noch nicht (und zum Glück) ins hochkulturelle Kunstraster passen:
"Ein bisschen Ying, ein bisschen Yang. (Geht immer).
Deine Freundin legt sich nackt auf den Scanner, um ihre Brüste zu vergrößern. Ich brauch´ keinen Soundcheck, der Soundmann wird / zehn Minuten vor / Show-Beginn / ohnehin / Kokain genommen haben. Yoa. Die Welt besteht aus Opfern und Opfern. Und die Logik dessen kommt auf deinen Gott an. Rapper faken rum wie Depressive in Gesellschaft die fragen, ob alles gut ist, und dann sagen: "Bei mir auch." Syntaxerror. Ideologiefreier Terror. Zwar bewaffnet / doch die möglichen Ziele sind so vorbelastet / mit Religion oder Politik / menschlichem Versagen / Doktor in ´Pataphysik ["Eine typische ’pataphysische Untersuchung ist die Berechnung der Oberfläche Gottes.", Wikipedia]. Zwischen Turnschuhfabrik und einem abgefilmten Fick / kostet deine Meinungsfreiheit dich nur einen Doppelclick. Was heißt hier "nur"? Das ist echte Feinmotorik. Evolution benutzt keine Nazi-Rhetorik. Die Ermittlung der Wahrheit / Stasi-Methodik / gegenüber ihrem / Schwarz auf Papieren. Yeah. Und komm mir nicht mit Ästhetik, BPM-Genetik, Drumcomputer-Kinetik. Retrogott im Untergrund immun gegen den Untergang. Liebe ist ein Pulverfass, also zünd dir ´ne Lunte an."
"Wenn du dich zum Untergrund zählst, reicht es nicht nur es zu sagen. Du musst noch sehr viel graben, um es zu werden."
Der wahre Untergrund ist nicht sehr dicht bevölkert (worauf auch das Kellerkind bei seiner frenetischen Begrüßung der "Rückkehr des pop-ästhetischen Lumpenproletariats in die Dominanzkultur" schon mit aller Deutlichkeit hingewiesen hatte):Für die Wenigen, die von Zeit zu Zeit wieder fragen, d.i. das Wesen der Wahrheit erneut zur Entscheidung stellen.
Für die Seltenen, die den höchsten Mut zur Einsamkeit mitbringen, um den Adel des Seyns zu denken und zu sagen von seiner Einzigkeit.
Das Denken im anderen Anfang ist in einer einzigen Weise ursprünglich geschichtlich: die sich fügende Verfugung über die Wesung des Seyns. Ein Entwurf der Wesung des Seyns als das Ereignis muß gewagt werden, weil wir den Auftrag unserer Geschichte nicht kennen. Vermöchten wir die Wesung dieses Unbekannten in seinem Sichverbergen von Grund aus zu erfahren.
(Heidegger, Beiträge zur Philosophie (vom Ereignis....wuhuhuhu)
[Das Kinski-Original war das hier]
Freitag, 4. November 2011
Samstag, 22. Oktober 2011
Unsere Großen XVII: Holger Hiller
Unterwegs zu einer neuen Form von "Tanzmusik" innovierte er als Mitbegründer von "Palais Schaumburg" liebgewordene Sound- und Sinnpatterns. Hier solo mit Jonny (du Lump) aus Ein Bündel Fäulnis in der Grube (1983): "Ich habe festgestellt, daß ich unbewußt eine Stilrichtung verfolgt habe, die man als dadaistisch bezeichnet. Ich kannte Dada damals nicht. Heute kenne ich diese Sachen. Als ich es selber als dadaistisch wahrgenommen habe und eben andere Leute auch, wurde das zu einer Erwartung. Das wurde dann für mich sehr schnell uninteressant."
Sonntag, 25. September 2011
Montag, 22. August 2011
Freitag, 12. August 2011
Donnerstag, 11. August 2011
YouTube Poop: "YOU don´t seem to UNDERSTAND"
David Lynch kann einpacken. Verstörung war gestern, heute ist Bewusstseinsdemodellage durch YouTube Poops. Eine Serial Experiments Lain Poop Collaboration.Introduction and outroduction by TheRaz0rEdge
Layer 01: AshcrementVII (0:18 - 1:57)
Layer 02: EYTPS (1:57 - 3:28)
Layer 03: TheRaz0rEdge (3:28 - 4:59)
Layer 04: CaptainStringCheese (4:59 - 5:51)
Layer 05: ChrisGendou (5:51 - 7:16)
Layer 06: Djninjalovemistake (7:16 - 8:57)
Layer 07: Mulletboater (8:57 - 10:27)
Layer 08: Ytpbepoopsss (10:27 - 12:00)
Layer 09: MountaindewmaNN (12:00 - 13:16)
Montag, 8. August 2011
Sonntag, 7. August 2011
Alltagschoreographie
"Abgesehen von der baulichen Struktur gibt es noch eine weitere Größe durch die Bewegung choreographiert wird und sich Raum konstituiert. Die Beziehungen der menschlichen Körper untereinander spannen Räume auf, die wir als dynamische Ordnungen beschreiben. Diese dynamische Ordnung bildet flüchtige Räume, die jedoch gerade in ihrer Kurzlebigkeit eine starke Raumwirkung entfalten.Indem der Film Zwischenräume ohne bauliche Kanten aus der Vogelperspektive einfängt und die dort stattfindenden Bewegungen dokumentiert, rückt die Beziehung der dynamischen Körper untereinander in den Vordergrund. So hebt der Film die Bewegungen aus der statischen Ordnung heraus und lässt die Menschen sich, wie in einer Choreographie, zu einander verhalten. Hast und Eile, Zögern und Verweilen, Ausweichen und Anhalten in der körperlichen Interaktion lassen den menschlichen Körper als flüchtige Architektur erscheinen, die den Raum ebenso bestimmt, wie die statische Ordnung."
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