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Montag, 19. März 2012

Vorwärtsschreiten und Verweilen, Walter Benjamin beschreiben

[Entry: 26.10.2010, Re-Entry 13.07.11]
"Es geht um ein Spiel: Kindern werden Worte gesagt, sie sollen daraus Sätze bilden - und Benjamin hat ein paar Beispiele notiert: "Brezel, Feder, Brause, Klage, Firlefanz": "Die Zeit schwingt sich wie eine Brezel durch die Natur. Die Feder malt die Landschaft und entsteht eine Pause, so wird sie mit Regen ausgefüllt."

Wuunderbare Auugönn, unnder Adorno. Undersetzt.

Donnerstag, 1. März 2012

Die ersten Züge der Philosophie - Dialektik der Verzehrung


Gewohnt gelassen leitet Luhmann das interintellektuelle Gespräch zum Thema "Das Rauchen - Schlecht oder doch gut?" ein:
Praxis kommt ja in der modernen Gesellschaft kaum noch vor. Rauchen wäre eines der wenigen Beispiele, die einem spontan einfallen; aber das betrifft dann nur die Zigarettenindustrie.
(Wirtschaft der Gesellschaft) 
Kant fühlt sich durch die nachlässige Flapsigkeit zu maßregelnder Korrektheit provoziert. Das Rauchen scheint ihm doch eine Sache zu sein, die einer ernsthafterer Beschäftigung fähig ist. Er will Grundlgendes klären: Zu den subjektiveren Sinnenempfindungen gehörten, meint er schnippisch, auch solche, 
die bloss subjektiv sind und auf die Organe des Riechens und Schmeckens durch einen Reiz würken, der doch weder Geruch noch Geschmack ist, sondern als die Einwirkung gewisser fixer Salze, welche die Organe zu spezifischen Ausleerungen reizen, gefühlt wird; daher denn diese Objekte nicht eigentlich genossen und in die Organe innigst aufgenommen werden, sondern nur sie berühren und bald darauf weggeschafft werden sollen; eben dadurch aber den ganzen Tag hindurch (die Essenszeit und den Schlaf ausgenommen) ohne Sättigung können gebraucht werden. – Das gemeinste Material derselben ist der Tobak, es sei ihn zu schnupfen, [...] oder auch ihn durch Pfeifenröhre, wie selbst das spanische Frauenzimmer in Lima durch einen angezündeten Zigarro, zu rauchen. [...] – Dieses Gelüsten [...] ist, als blosse Aufreizung des Sinnengefühls überhaupt, gleichsam ein oft wiederholter Antrieb der Rekollektion der Aufmerksamkeit auf seinen Gedankenzustand, der sonst einschläfern, oder durch Gleichförmigkeit und Einerleiheit langweilig sein würde; statt dessen jene Mittel sie immer stossweise wieder aufwecken. Diese Art der Unterhaltung des Menschen mit sich selbst vertritt die Stelle einer Gesellschaft; indem es die Leere der Zeit statt des Gespräches mit immer neu erregten Empfindungen und schnell vorbeigehenden, aber immer wieder erneuerten, Anreizen ausfüllt.
(Anthropologie in pragmatischer Absicht)
Kants Anregungen greift ein umwölkter Husserl auf. Der sieht allerdings im Rauchen vor allem einen legitimem Treibstoff zur Beförderung des theoretischen Interesses:
Ein Gefühl kann uns berühren, ohne uns einzunehmen, und es braucht gar nicht schwach zu sein. Ich rauche eine Zigarre mit Lust, aber die Lust füllt mich nicht aus, vielmehr das theoretische Interesse, das indirekt von ihr Nutzen zieht. Manchmal mag es umgekehrt sein. Die Lust des Rauchens nimmt mich in Beschlag, das theoretische Interesse ist gering. Im einen Fall bin ich der Sache theoretisch zugewendet und nicht der Lust; im anderen Fall der Lust mitsamt ihrem sinnlichen Inhalt.
(Wahrnehmung und Aufmerksamkeit) 
Adorno ist empört. In allen bisherigen Ausführungen sieht er nichts als die masochistischen Auswirkungen des allgemeinen Verneblungszusammenhangs am Werk, er nippt ein letztes Mal kultiviert am Wein: Versuch einer Klarstellung:
Einem bestimmten Gestus der Männlichkeit, sei's der eigenen, sei's der anderer, gebührt Mißtrauen. [...] Archetypisch dafür ist der gut Aussehende, der im Smoking, spät abends, allein in seine Junggesellenwohnung kommt, die indirekte Beleuchtung andreht und sich einen Whisky-Soda mischt: das sorgfältig aufgenommene Zischen des Mineralwassers sagt, was der arrogante Mund verschweigt; daß er verachtet, was nicht nach Rauch, Leder und Rasiercreme riecht, zumal die Frauen, und daß diese eben darum ihm zufliegen. [...] Die Freuden solcher Männer [...] haben allesamt etwas von latenter Gewalttat. [...] Wenn alle Lust frühere Unlust in sich aufhebt, dann ist hier die Unlust, als Stolz sie zu ertragen, unvermittelt, unverwandelt, stereotyp zur Lust erhoben: anders als beim Wein, läßt jedem Glas Whisky, jedem Zug an der Zigarre der Widerwille noch sich nachfühlen, den es den Organismus gekostet hat, auf so kräftige Reize anzusprechen, und das allein wird als die Lust registriert. Die He-Männer wären also ihrer eigenen Verfassung nach, als was sie die Filmhandlung meist präsentiert, Masochisten. Die Lüge steckt in ihrem Sadismus, und als Lügner erst werden sie wahrhaft zu Sadisten, Agenten der Repression.
(Minima Moralia)

Donnerstag, 12. Januar 2012

Erwachen und Einschlafen -- Für eine Philosophie des Sich-nochmal-Umdrehens




Nachdem durch Husserl und Kant bereits erste Spuren einer Philosophie des Gähnens in formalwissenschaftlicher Tönung zusammengetragen sind, kommen nun zwei erzählende Philosophen einschlafend und aufwachend zum Zug:

Einschlafen:
An uns selbst sind wir noch leer. So schlafen wir leicht ein, wenn die äußeren Reize fehlen. Weiche Kissen, Dunkel, Stille lassen uns einschlafen, der Leib verdunkelt sich. Liegt man nachts wach, so ist das gar kein Wachsein, sondern zähes, verzehrendes Schleichen an Ort und Stelle. Man merkt dann, wie ungemütlich es mit nichts als mit sich selber ist.
(Ernst Bloch, Spuren)
"Vermutungen über das Erwachen":
Wieder sorgt ein Morgen dafür, daß es mich geben wird. Eine helle Brise geht durch das Halbdunkel; im Zimmer erscheinen die Vorzeichen eines Etwas, das sich durch Geräusche von Tätigkeiten melden läßt. Dieses Sein -- oder wie immer das, was sich da rührt, sonst heißen könnte -- verhält sich kaum anders als Eltern, die sich keine Mühe mehr geben, leise zu sein, wenn für die Kinder die Zeit zum Aufstehen gekommen ist. Die Geräusche werden angreiferisch, um nicht rücksichtlos zu sagen. So mag die Welt im übrigen sein, was sie will, sicher ist nur, daß sie etwas ist, was seinen Betrieb vor mir beginnt. Die Lichtfliegen lassen sich an den Augenlidern nieder, sie werden nicht aufhören, ihr Quälgeisterwerk wahrzunehmen, bis sie die Augen dazu gebracht haben, ihren Widerstand gegen den Tag aufzugeben. Ich bin durchdrungen von der Ahnung, worauf die Szene hinauswill. Zu oft habe ich, was bevorsteht, durchgemacht, als daß ein Mißverständnis über den Ausgang der Sache möglich wäre. Ich weiß, was sie vorhaben -- sie wollen mich, daran ist kein Zweifel, wieder zu mir bringen. Längst habe ich verstanden, daß in der Nacht die dunkel gekleideten Bademeister zwischen den Schlafwannen auf und ab gehen und gegen Morgen, oder wenn sie sonst meinen, den Stöpsel herausziehen. Während das Schlafwasser abläuft, kommt langsam der Körper wieder und fühlt sich als eine vage Tendenz, die bald dieses und jenes tun soll -- man wird es handeln nennen, wenn man erst wieder auf den Füßen steht.
(Sloterdijk, Weltfremdheit)

Montag, 5. Dezember 2011

Living Life in the Fast Lane: Akte des Überholens

Die Unmöglichkeit der Selbsteinholung [Achill ist selbst die Schildkröte]
Während Hugo Ball den existenziellen Selbstabstand [Def.: Der e.S. bezeichnet das häufig durch ein Ereignis provozierte Gefühl, sich zum ersehnten Ich/Welt-Verhältnis in einer uneinholbaren Distanz zu befinden. Der e.S. bricht meist in der Konfrontation mit realen oder erdachten Personen und Lebensstilen auf, die -- scheinbar oder wirklich -- ersehnte aber für Ego uneinlösbare Lebensspielräume realisieren.] noch als einen unausweichlichen modus vivendi beschreibt...
In der Kindheit erträumen die Menschen sich ein so selbstverständliches Ideal ihrer selbst und der Welt, daß die Erfahrung sie nachher immer enttäuschen muß. Die Berichtigung tritt unversehens ein und der Schock davon ist meistens derart, daß eine gewisse Empfindlichkeit in diesem Punkte niemals erlischt. Wer den Traumschatz der Menschen zu heben vermag, der kann ein Erlöser werden. Zwischen Traum und Erfahrung liegen die Wunden, an denen de Menschen sterben. Hier liegen die Gräber, aus denen sie auferweckt werden. [...] Geboren werden die Menschen allesamt als Erlöser und Könige. Aber die wenigsten vermögen sich zu behaupten, oder, wenn sie sich schon verlieren, sich wiederzufinden. Wer das Leben befreien will, muß die Träume befreien.
(Ball, Flucht aus der Zeit)
 ...setzt Bloch den Blinker, um zügig auf die Überholspur zu wechseln:

Demgemäß und um die Geburt des Morgen zu befördern, ist [das Denken des "echten Widerstands"] zwar mitten in der Zeit, doch so, daß es sie weisen kann und überholt. Überholen nun, das setzt nicht nur Unzufriedene voraus, denen der Lauf, gar Stand der Dinge nicht Genüge tut. Und es setzt nicht nur ein Wünschen und Erwarten voraus, samt der Fähigkeit, Träume nach vorwärts zu haben. [...] Weiter jedoch ist nötig, daß das Überholen nicht abstrakt bleibt, nur putschhaft vorpreschend oder auch ein Glück vormachend, von dem überhaupt nicht gewusst wird, wie man hingelangt. So etwas ist Schwärmen und überholt nur scheinbar, obwohl sein Vorwärts besonders heftig aussieht; es überholt aber nicht, sondern überschlägt. Damit dies vermieden [sic], dazu muß man allerdings auch mitmachen, freilich nicht die Dinge, wie sie sind, wohl aber, wie sie gehen, real möglich gehen könnten [...]. Kein Überholen kann dies außer acht lassen, ja am wichtigsten ist auch in diesem Betracht die Beachtung der Straße.
(Bloch, Tübinger Einleitung in die Philosophie)

Montag, 7. November 2011

Unsere Großen XVIII: Hoffnung als Kulturthermometer (Ernst/Rio-Doppel-Feature)




Unausgeschöpfte Latenzen. Die Wirklichkeit als eine Reihe abgebrochener Versuche, doch noch mehr aus dem Ding zu machen. Was übrig bleibt liegt irgendwo auf dem ungeraden Weg von hier nach anderswo. Die Welt in der Garage abgestellt,  "aber mein Place to be ist utopisch"

"Weil das eigene Leben noch weit liegt, wird jede Ferne verschönt. Der Wunsch reißt nicht nur zu ihr hin, sondern er reißt nun ohne Versteck in sie aus, desto heftiger, je enger die eigene Lage ist. [...] Wenn einer der stärksten Wünsche der menschlichen Natur und einer, der am häufigsten verletzt wird, dieser ist, wichtig zu sein, so verbindet er sich überdies besonders stark mit dem Wunsch nach importanter Umgebung. Begabte Mädchen wünschen in diese durchzubrennen; München zog so an um 1900, Paris weit länger. Hingerissen betritt der Student die große Stadt, sie ist ihm außer dem sichtbaren Glanz mit lauter ungeduldigen Hoffnungen bevölkert. Hier glaubt er den Grund und Hintergrund zu einem endlich gemäßen Dasein zu haben; die Häuser, die Plätze, die Bühnen wirken utopisch erleuchtet."
(Bloch, Prinzip Hoffnung)

Mittwoch, 2. November 2011

Das steiner=ne Herz: Die kühlen Beuys des beginnenden vergangenen Jahrhunderts


Schnell eine Geschichte der Coolness im 20. Jahrhundert schreiben, bevor alle anderen uns schon zuvorgekommen sind.

["Das war jetzt gar nicht lustik, nicht?" "Neee, aber...es war auf jeden Fall lustig."]

Sonntag, 11. September 2011

Eschatologische Meditationen - Sichtbare Not, unsichtbare Not, pro-vozierende Not

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Als kleine Klimatisierungshilfe zur ideellen Selbsteinrichtung des eigenen Lebens für eher nihilistisch affizierte Gemüter: drei in Verschiedenheit geeinte Konfrontationsperspektiven zur Beschreibung einer Welt, in der doch offensichtlich irgendwas fehlt. Hier in den Geschmackrichtungen: Ärgerlich, Fatalistisch und Nach vorne provoziert [jeweils nicht als ontologische Kennzeichnungen misszuverstehen].

Eine sich selbst mahlende Mühle (ärgerlich)

"Das Resultat der modernen Denkungsart nannte man Philosophie und rechnete alles dazu was dem Alten entgegen war, vorzüglich also jeden Einfall gegen die Religion. Der anfängliche Personalhaß gegen den katholischen Glauben ging allmählig in Haß gegen die Bibel, gegen den christlichen Glauben und endlich gar gegen die Religion über. Noch mehr -- der Religions-Haß, dehnte sich sehr natürlich und folgerecht auf alle Gegenstände des Enthusiasmus aus, verketzerte Fantasie und Gefühl, Sittlichkeit und Kunstliebe, Zukunft und Vorzeit, setzte den Menschen in der Reihe der Naturwesen mit Noth oben an, und machte die unendliche sphärische Musik des Weltalls zum einförmigen Klappern einer ungeheuren Mühle, die vom Strom des Zufalls getrieben und auf ihm schwimmend, eine Mühle an sich, ohne Baumeister und Müller und eigentlich ein ächtes Perpetuum mobile, eine sich selbst mahlende Mühle sey."  
(Novalis, Die Christenheit oder Europa)

(BhlogistonCC BY-ND 2.0)
Irgendwer noch eine Unterkunft fürs Seyn!? (fatalistisch)

 
Doch die als Herrschaft der Metaphysik sich einrichtende Notlosigkeit bringt das Sein selbst in das Äußerste seiner Not. Diese bleibt nicht nur das Nötigende im Sinne des nicht ablassenden Anspruchs, der die Unterkunft beansprucht, indem er sie als die Unverborgenheit der Ankunft braucht, d. h. als die Wahrheit des Seins wesen läßt. Das Unablässige seines Brauchens fährt im Ausbleiben seiner Unverborgenheit so weit aus, daß die Unterkunft des Seins, d. h. das Wesen des Menschen, ausgelassen, der Mensch mit der Vernichtung seines Wesens bedroht und das Sein selbst im Brauchen seiner Unterkunft gefährdet wird. So weit in das Ausbleiben ausfahrend, begabt sich das Sein mit der Gefahr, daß die Not, als welche es nötigend west, für den Menschen geschichtlich nie die Not wird, die sie ist. Im Äußersten wird die Not des Seins zur Not der Notlosigkeit. Die Vorherrschaft der als solche verhüllt bleibenden Notlosigkeit des Seins, das in seiner Wahrheit die zwiefach nötigende Not des unablässigen Brauchens der Unterkunft bleibt, ist nichts anderes als die unbedingte Vormacht des vollständig entfalteten Unwesens im Wesen des Nihilismus. 
(Heidegger,  Die seinsgeschichtliche Bestimmung des Nihilismus)

Ein riesiger Behälter voll Zukunft ("...oder wenigstens noch eine schöne Unterkunft für uns!?") (nach vorne provoziert)

"Der bewusste Mensch ist das am schwersten zu sättigende Tier; er ist -- in der Befriedigung seiner Wünsche -- das Umwege machende Tier. Fehlt ihm das zum Leben Notwendige, so spürt er den Mangel wie kaum ein anderes Wesen: Hungervisionen tauchen auf. Hat er das Notwendige, so tauchen mit dem Genuß neue Begierden auf, die anders doch nicht weniger quälen als vorher nackter Mangel. Die Reichen und Übersättigten (doch nicht nur sie) leiden gegebenenfalls am sonderbaren Kitzel des Ichweißnichtwas; der Luxus vor allem ist ein unersättlicher Treiber. Xerxes setzte einen Preis auf die Erfindung eines neuen Vergnügens, da war nicht nur Langeweile im Spiel, sondern ein unbekannter Trieb [...], der ebenfalls gestillt sein wollte. [...] Der Mensch fühlt sich in solchen Zeiten deutlich als nicht festgestelltes Wesen, als eines, das zusammen mit seiner Umwelt eine Aufgabe ist und ein riesiger Behälter voll Zukunft.
(Bloch, Das Prinzip Hoffnung)

Dienstag, 12. Juli 2011

Der Mensch ist... -- Eine Essaysammlung nach Hans Blumenberg


Der Mensch ist ein Tier, das schwindelt. 
(E.A. Poe)

Der Mensch ist ein Neider.
 
(Helmut Schoeck)

Der Mensch ist der größte und gemeinste physikalische Apparat.
 
(Goethe)

Der Mensch ist das indirekte Wesen.
 
(Simmel)

Der Mensch ist sozusagen eine Art Prothesengott. 
(Freud)

Der Mensch ist ein Wesen, das sich an alles gewöhnt.
 
(Dostojewski)

Der Mensch ist ein Agglomerat von Systemen.
 
(Luhmann)

Der Mensch ist ein Wesen der Zucht. 
(Gehlen)

Der Mensch zeigt sich als Seiendes, das redet. 
(Heidegger)

Der Mensch ist -- von der Natur auf den Weg über die Logik zur Kultur gezwungen -- das ordentliche Lebewesen.
 
(Marquard)

Der Mensch ist das Wesen, das vor sich selber Angst hat. 
(Blumberg nach Engels, jung)

Der Mensch ist das Wesen mit Berührungsfurcht. 
(Canetti)

Der Mensch ist ein Wilder, nachdem er aufgehört hat, Affe zu sein.
 
(Marx)

Der Mensch ist sechs Fuß einer bestimmten Reihenfolge von Kohlenstoff-, Wasserstoff- und Phosphoratomen. 
(Joshua Ledersberg)

Die Menschen sind eine am Größenwahn erkrankte Affenspezies. 
(Hans Vaihinger)

Der Mensch ist das Wesen, das übertreiben kann. 
(Blumenberg nach Spengler)

Der Mensch ist das Geschöpf, das sich langweilt. 
(Sombart)

Das Tier, das sich selbst vervollkommnen darf. 
(Kant)

Das Tier, das versprechen darf. 
(Nietzsche)

Das Tier, das zum Umzug in abstrakte Gehäuse verdammt ist. 
(Sloterdijk)

Der Neinsagen-Könner. 
(Scheler)

Ich glaube, der Mensch ist am Ende ein so freies Wesen, daß ihm das Recht zu sein, was er glaubt zu sein, nicht streitig gemacht werden kann. 
(Lichtenberg)

Der Mensch ist das einzige Tier, das errötet oder erröten sollte. 
(Twain)

Der Mensch ist ein Wesen, das klopft, schlechte Musik macht und seinen Hund bellen lässt. 
(Tucholsky)

Der Mensch ist das einzige Wesen, das im Fliegen eine warme Mahlzeit zu sich nehmen kann. 
(Loriot)

Der Mensch ist invariant gerade als das sich [...] stets überschreitende Wesen."
(Bloch)