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Freitag, 30. Dezember 2011

Musikmaschine Rhythmusgerät Klimakatastrophe XLI: So lonely // Enfin Seul


Sperrangelweit: Die Musikmaschine öffnet das winterliche Fenster. Eine frische französische Brise überspringt die Wolken; und Sonne über grünspanergrünten Kupferdächer lächelt ihr ein "freundliches Neues" ["das freundliche Neue" hier heideggerianisch zu lesen] - sie noch immer aber ungläubig. Dann wettert ein Ungemeinter unten in nervöser Wut gegen die fröhlich-weiße Wüste. M. bleibt unter Decken, lässt den letzten Fernseher, der noch kein Bildschirm ist, die Leere zwischen den Jahren gemütlich zupalavern.

"Ohfäh söll": Nur einer "bot leer" noch einmal einen musikalischen Wink zum Gruß. 

Freitag, 11. November 2011

Musikmaschine Rhythmusgerät Klimakatastrophe XL: To be with you


M. fühlt sich ungern so unsicher. Sie konnte überhaupt nichts sicher erwarten und jetzt ist sie auf einmal wieder durch Emotionalität gefährdet (s.u.). Immer der gleiche Krampf. Wieso lernt denn keiner was?, will sie zu Anderen sagen. Aber autosuggestive Absicherungsversuche machen ihr Gefühl noch blöder. Altmodisch lächerlich in eine irgendwie falsche Zeit gestellt, möchte sie denken -- geht aber nicht. Dann eben doch wieder sich selbst zukucken als ob wenigstens das halt möglich wäre.

Donnerstag, 27. Oktober 2011

Musikmaschine Rhythmusgerät Klimakatastrophe I: Bette Davis Eyes

[Meta Re-Post vom 23.11.10: Wie jedes gute Radio kennt die Musikmaschine kein Morgen oder Gestern -- wiederholt sich daher nie, sondern fängt immer wieder bei sich selber an]

Musikmaschine Rhythmusgerät Klimakatastrophe ist ein ungewöhnlicher Algorithmus, der nur gestaltet ist, um melancholische Träumereien seismographisch-sensibel zu erzeugen. Sie wird in unregelmäßigen Abständen aktiv und schlägt die Vergangenheit auf wie einen ungelungenen Jahrhundertroman. Musikmaschine Rhythmusgerät Klimakatastrophe ist traurig - und lächelt aufmunternd in die Augen ihrer jungen Abendbekanntschaft:


Kim Carnes - Bette Davis Eyes von KrXtophe

Montag, 24. Oktober 2011

Musikmaschine Rhythmusgerät Klimakatastrophe XXXIX: All I wanna do


In die Sonne blinzelnde Musikmaschine heute Freizeit statt Büro. Seltsam zeitlos steht sie silbern im schimmernden Weg. Vorweihnachtlich entrückt singt sie Lieblingslieder verwüsteter Generationen, wirft ihr Haar, verzeiht sich alle Fehlttritte, geht ihre Wege zurück.

Donnerstag, 13. Oktober 2011

Musikmaschine Rhythmusgerät Klimakatastrophe XXXVIII: Don´t get me wrong


Die Musikmaschine will nicht falsch verstanden werden, wenn sie mit leicht verkniffenen Augen heute an der Straße geht. Nur Neonlicht, das sie belebt, sie zieht den Koffer bewusster, Maik macht erst morgen Schluss, bis dahin schreitet sie weiter illuster.

"SIE schließlich seine große Chance", denkt sie benommen, "IHM wohl immer noch unbewusster." Sie legt ihm heimlich den Schirm an den Hals: "Ich warne dich einmal als Muster -- beim nächsten Mal wirds zappenduster."

Dienstag, 4. Oktober 2011

Musikmaschine Rhythmusgerät Klimakatastrophe XXXVI: Won´t back down


M., letzte Tage deines Sommers, M., nächstes Jahr auf deinen Wegen, M., hier bist du wieder bei dir selbst. Von hier zieht dich so schnell keiner mehr runter, denkt M., rechnet sich ihre Vergangenheiten zu wie ein heimliches Kapital gegen künftige kleinere Rückschläge. M. denkt sich auf einer taumelnden Linie, die langsam zu ihren Rhythmen findet. So schlecht, denkt sie, hast du das bisher gar nicht gemacht.


Tom Petty Won't Back Down von avajra

Sonntag, 28. August 2011

Musikmaschine Rhythmusgerät Klimakatastrophe XXXV: Sway


Die Musikmaschine legt die Geräte lahm. Der zweite Tee an Zeigefingern, die Klaviatur einer Bluse über den Vormittag verschüttet. "Findest du noch meinen Weg?", fragt sie sich nüchtern. Und ob es zwischen den Gesprächen noch einen Platz für meine Schuhe gibt? Ihre Zeilen stehen schräg, zwei Leute auf dem Motorrad. "Vorhin warst Du noch ganz verwirrt, wieso verhälst Du Dich so komisch?"


Bic Runga - Sway von Transsmusic

Dienstag, 16. August 2011

Musikmaschine Rhythmusgerät Klimakatastrophe XXXIV: Silent Satellite


Letzte Streiterei, die knirschenden Treppenstufen einer versunkenen Tändelei, die Sonne von gestern, Genicke auf Norderney. -- Wer legt deine Träume in Zahlen um? Wer überträgt deine Immobilien in eine Kartei? M. ratlos, metaphysisch irritiert, geht bei L. auf eine frühabendliche Tasse Tee vorbei.


Tasmin Archer - Sleeping Satellite von magik-man2

Mittwoch, 10. August 2011

Musikmaschine Rhythmusgerät Klimakatastrophe XXXIII: Come along


Weit weg, die Musikmaschine wird fliehen, aus diesem Leben hier, aus allem, was sie hier einzuschränken versucht, die komischen Bekannten, aus den blöden Gewohnheiten, die sich selbst traurig anzuschauen anfangen seit gestern - und heute wieder. Und übermorgen auch, wenn nicht was Neues mal endlich passiert.

Mittwoch, 27. Juli 2011

Musikmaschine Rhythmusgerät Klimakatastrophe XXXII: Catch Me


Die Musikmaschine legt die Zigaretten in einer Reihe auf den Tisch. Wenn sich jetzt keiner mehr meldet, meldet sich wirklich keiner mehr. Wie lang hast Du jetzt gehofft, wie lange den Schreibtisch nicht aufgeräumt. M. drückt die Schublade mit den alten Sachen zu. Draußen wartets vor der Tür.

Freitag, 22. Juli 2011

Musikmaschine Rhythmusgerät Klimakatastrophe XXXI: Free Falling


Ein schweres Auge weiter durch den Tag getragen. Das hier ist kein Absturz mehr ins Nichts, das ist Planierung des Seins, Zerplatzung aller letzten Unterschiede. Mit zitterndem Lid sucht M. nach einem Gesetz, das hinter allen Dingen steht. "Vorhin oder nachher, die Welt dazwischen kaltstellen", nur einen Augenblick -- M.s Hoffnung einer Sekunde. Morgen siehst du das wieder anders, mit Sonja im Eiscafé. Hm. M. ist mit diesem Gedanken unzufrieden.


Tom Petty Free Falling by Celtiemama

Montag, 18. Juli 2011

Musikmaschine Rhythmusgerät Klimakatastrophe XXX: Runaway Train


Sie klappt den Rekorder zu, wieder zurückspuln. Der Rest der Gruppe schon weiter nach Portugal. Was suchst du eigentlich noch hier? Im Garten der Alhambra 50 Grad in Granada -- ihr Kopf durch die Hitze lyrisch affiziert (oder auch aufgeschäumt), denkt sie, kein externer Beobachter korrigiert ihren Eindruck. Der Rucksack macht den Rücken schwer. Verwinkelt, zu steile Gassen in Lissabon: die anderen sicher schon da mit Süßgebäck und kühler Cola lachen am Hafen. Warten auf signifikante Andere. Etwas, das sich von ölig an ihr vorüberfließenden Figuren abheben soll. Der Rekorder klackt: und wieder voran:

Donnerstag, 14. Juli 2011

Musikmaschine Rhythmusgerät Klimakatastrophe XXIX: In Between Days


Die Musikmaschine stellt ihre ungeteilte Aufmerksamkeit auf der Kommode ab. Sollen die Wolken, alle anderen glänzen heute; sie trägt die Haare offen zum alternativen Imbiss-Stand, legt die leichtere Platte auf. Von so dokumentierten Konzerten getragen, so dokumentierten, aber nicht nur so. Ein Festival in Mitteldeutschland vielleicht auch. Der verwuschelte Benjamin streckt den lustigen Kopf aus dem Zelt, "Schon spät schon?" verschmitzt in die Welt gegrinst. - Das alles auch lange vorbei schon heute, aber jetzt so paar Momente nochmal ganz in die Nähe gerückt.

Montag, 4. Juli 2011

Musikmaschine Rhythmusgerät Klimakatastrophe XXVIII: So Lonely


M. ist sich gar nicht mehr so sicher. An manchen Stellen wirds wieder schwer, in den Fußsohlen knistert ein unbestimmter Zug zur Tiefe, der Boden wieder wackliger als gestern noch. A. meint, dass sie sich das wirklich nochmal gut überlegen soll -- aber die Zusage ist ja jetzt geschrieben schon! Alle Koffer im Kopf schon eingefaltet, der letzte Kaffee schon getrunken -- Du machst das einfach jetzt.

Mittwoch, 29. Juni 2011

Musikmaschine Rhythmusgerät Klimakatastrophe XXVII: Mr. Jones


An einem anderen Tag, in einer anderen Stadt, ein anderer Weg irgendwann. Das kleine Café legt seinen Geschmack um jeden Blick. Einfach hier so oder auch später dann - das will sie jetzt gar nicht sagen: 

Von hier aus lässt sich das Leben tragen: begleite alle Tage; alle Gesichter; alle ungemütlichen Lagen mit deinem eigenen unverwundbar verletzbaren Blick.

Passanten fragen, ob wirklich alles gut sei. Die Musikmaschine spürt Wind in den Haaren: "Alles gut. Nur noch manchmal, immer seltener, verliere ich den Faden."

Donnerstag, 23. Juni 2011

Musikmaschine Rhythmusgerät Klimakatastrophe XXVI: One of Us


Vom Wanderausflug kehrt die M. beschwingt nachhause zurück. Religiös eigentlich doch ganz unmusikalisch, aber das Gefühl jetzt eins von Zufriedenheit, einverstanden mit dem Allen, wie´s halt so "im Ganzen" ist, schmeißt sie das Radio an und macht Feuer im Kamin:


JOAN OSBORNE - ONE OF US von gothoniz

Montag, 20. Juni 2011

Musikmaschine Rhythmusgerät Klimakatastrophe XXV: Smells Like Teen Spirit


Amsterdam im November. Wer sieht sich mit mir den van Gogh an, denkt die Musikmaschine, wer verläuft sich mit mir in der Nacht, irgendwer, der mir die schönsten Plätze zeigt? Im Hostel zwei müde Figuren klicken sich durch Werbefenster. Und was denn am Abend sei. Der Schönere spricht von "Live-Konzerten". Der Zweite - mit dreiviertel Trekking-Hose und wildem Haar - sieht mehr wie Wandern aus. Einen Freund treffe er noch und ob sie dabeisein will und was die Nacht dann halt noch so zeige. - Die Musikmaschine ist dabei.

Donnerstag, 16. Juni 2011

Musikmaschine Rhythmusgerät Klimakatastrophe XXIV: Teen Age Riot [Eine Literaturkritik]


Den Weg zurück vom Parkplatz auf die Party mit der ihr verbliebenen Geschicklichkeit zu koordinieren ließ sie sich wie eine Kugel in einem Plastikwürfel fühlen, die mit Hilfe zitternder Kinderhände immer noch ihre Mulde sucht. - Blitzschnelle Ticks. Da hinten ist Rick. Schwups. Hä? Wo ist der denn nun wieder hin? Egal! Schnell ein zwei Leuten mit den Augen zugewinkt. Uiuiui, da ist ja doch mehr im Kopf hängengeblieben als erwartet. Bloß nicht hinfallen jetzt. Weiter nach da vorn. Der "schnellste Roman aller Zeiten" rast ihr mit ungebremster Geschwindigkeit ans Schienbein. "Hey, pass mal besser auf!" *Pow* Der Kiez brennt. Und dann war es auf einmal wieder da: das Surren und Zummen und Flurren im Kopf. Wart mal: Das ist ja gar nicht in meim Kopf: eine Wiese mit Musik fällt ihr ins Auge, Punkt 2:43 Uhr bricht die innere Nebelkammer in ihrem Köpfchen auf, vereinzelt schwanken Gestalten an der Tageskante entlang, die Erinnerung ab da nur noch Musik:

Freitag, 3. Juni 2011

Musikmaschine Rhythmusgerät Klimakatastrophe XXIII: Two Princes


Die Zeltdecke hatte die Musikmaschine beim Aufwachen gar nicht mehr im Sinn. Dänemark-Strandinsel Morgentau. Viertel nach acht, heute einmal rundrum. Watt unter Möwen. Der L. kommt mit Marmelade und Brötchen von der Bude.